Auf den Hund gekommen

Was tun wenn der Vierbeiner naht?

02/ 2011, Das Fahradmagazin: Trekking Bike

Enrico Lombardi (38), anerkannter Sachverständiger im Hundewesen erklärt dem Fahrradmagazin Trekkingbike, was zu tun ist, wenn der Vierbeiner naht und kein Halter in Sicht ist.

TB: Warum finden Hunde Radfahrer so interessant?
E.L.: Ungewöhnliche Bewegungen lösen automatisch ein instinktgesteuertes Verhalten aus: Der Hund will die Bewegung untersuchen bzw. kontrollieren.

TB: Wie verhält man sich richtig, wenn ein Hund direkt auf einen zuhält?
E.L.: Bei kleinen Hunden kann man davonfahren. Die meisten entfernen sich nicht gerne von ihrem Herrchen und geben die Verfolgung bald auf. Bei schnellen Hunden hilft es, den Schlüsselreiz "Bewegung" auszuschalten, indem man das Pedalieren einstellt. Noch besser: anhalten, absteigen, ruhig stehen bleiben. Das klingt paradox, ist aber die beste Taktik, um uninteressant zu werden.

TB: Was sollte man auf keinen Fall tun?
E.L.: Fixieren Sie den Hund niemals direkt, er könnte das als Konfliktbereitschaft werten. Hunde sind nicht von Natur aus aggressiv. Sie beißen nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen und keinen anderen Ausweg sehen. Das ist der Fall, wenn jemand nach ihnen tritt oder schlägt.

TB: Falls es trotzdem zu einer Attacke kommt: Wie wehren sich Radfahrer wirkungsvoll?
E.L.: Am besten mit einem Gegenstand, denn jeder Tritt mit dem Fuß oder Schlag mit dem Arm birgt die Gefahr, dorthin gebissen zu werden. Bringen Sie das Fahrrad als Barriere zwischen sich und den Hund. Schütten Sie ihm den Inhalt Ihrer Trinkflasche über den Kopf. Benutzen Sie notfalls Ihre Luftpumpe als Waffe: Die Hundeschnauze ist ein besonders sensibler Bereich.

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