So folgt Hund Herrchen

Mit dem Hund, entspannt durch die Stadt

21. September 2010 Berliner Zeitung, T. Böhm

Hunde in Berlin leben gefährlich. Ohne ihre Halter würden sie im Straßenverkehr unter die Räder kommen. Hunde-Experte Enrico Lombardi (38) gibt in der B.Z. Tipps, wie man mit Hund entspannt durch die Stadt kommt.

Einen generellen Leinenzwang gibt es in Berlin nicht. Ausnahmen: Wohnanlagen, Versammlungen, Feste und Fußgängerzonen. "Trotzdem sollte ein Hund auf der Straße nicht frei herumlaufen", sagt Hundetrainer Enrico Lombardi. "Spontane Reaktionen, z. B. auf andere Tiere, können ihn und andere gefährden."

Eine Leine gibt Sicherheit: Das Band zum Rudelführer beruhigt. Ein Hund kann nicht einschätzen, wie gefährlich Autos sind und erkennt keine roten Ampeln. "Bleiben Sie vor jeder Straßenüberquerung stehen", erklärt Lombardi. "Stoppen Sie Ihren Vierbeiner mit einem Kommando und belohnen Sie ihn, nachdem er z. B. 'Sitz' gemacht hat. Erst bei Freizeichen wie 'Lauf' geht es weiter.

"Nicht jeder Kontakt zu anderen Artgenossen ist gewünscht. Kreuzt ein anderer Vierbeiner den Weg, knurren und bellen viele Hunde, da sie an der Leine nicht ausweichen können. Durch Ablenkung wie Spiel oder Leckerli kann man diese Situation entschärfen. Tipp: Als Halter immer zwischen den Tieren laufen.

"Viele Hunde haben auch Angst, in einen Bus oder eine Bahn einzusteigen", sagt Lombardi, "trainiert man das vom Welpenalter an, wird der Aufenthalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln Normalität." Älteren Hunden kann man Ängste nehmen, indem man sie mit viel Ruhe langsam an gefürchtete Situationen heranführt. "Am besten mit einem Leckerli für jeden Treppenabsatz, der in den U-Bahnschacht führt", so der Hundetrainer.

Wichtig: In Berlins öffentlichen Verkehrsmitteln besteht Maulkorb Pflicht.

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