Der Wesenstest!

Was passiert, wenn der Hund gebissen hat?

16. November 2009 Berliner Zeitung, T. Böhm

Hundehalter müssen mit gefährlichen Tieren zum Sachkundenachweis und zum Wesenstest. Zehn Hunderassen und ihre Mischlinge sind in Berlin als gefährlich klassifiziert. Als gefährlich gelten aber auch solche Hunde aller Rassen, die grundlos Menschen oder Tiere angefallen haben. Enrico Lombardi erklärt, was passiert, wenn der Hund gebissen hat.

„Diese Hunde dürfen nur von Personen geführt werden, die einen Sachkundenachweis erworben und mit dem Hund einen Wesenstest durchlaufen haben“, sagt Gutachter Enrico Lombardi (37). Der Hundeprofi ist einer von 49Sachverständigen, die von den Berliner Veterinärämtern anerkannt werden. „Das können Kampfhunde sein, aber auch ein Dackel, der ohne Provokation schon mehrfach zugebissen hat.“

Heute arbeitet er mit Isa Genthner (26) aus Kreuzberg und dem 38-Kilo-Staffordshire-Mix Cash. Der hat zwar niemanden gebissen, gilt aber aufgrund seiner Rasse als gefährlich. Hier reichen Maulkorb und Leine nicht. Genthner muss sich beim Veterinäramt des Bezirks anmelden, ein Führungszeugnis vorlegen und einen Sachkundenachweis bestehen. Hier muss sie 60 Fragen rund um Verhalten und Erziehung von Hunden beantworten. Dann folgt der Wesenstest des Hundes. In verschiedenen alltäglichen Situationen, testet Lombardi, wie Cash auf andere Tiere, spielende Kinder oder verletzte Artgenossen reagiert.

Er ist bald zufrieden: Cash hat den Wesenstest bestanden, Genthner aber bekommt ein paar Aufgaben mit auf den Weg. „Cash ist Artgenossen gegenüber unsicher, daher auffällig“, sagt Lombard. „Ich empfehle eine Kastration, um den Testosteronspiegel zu senken und eine Hundeschule, in der Cash lernt, sich bei Begegnungen mit anderen Vierbeinern neutral zu verhalten.“

Info: Sachkundenachweis und Wesenstest kosten 110Euro und sind wiederholbar. Anmeldung beim Veterinäramt des Bezirks.

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